Aus dem Muspilli
Den Klang von Sprache, ihren magischen Charakter, erfahren wir vielleicht am stärksten bei der Lektüre von Texten, die wir nicht verstehen. Kürzlich stiess ich auf eine Passage aus dem Muspilli, ein Text, der um 870 entstand. Das las sich dann so:
«uuar ist denne diu marha, dar man dar eo mit sinen magon piehc?
Diu marha ist farprunnan, die sela stet pidungang,
ni uueiz mit uuiu puaze, so uerit si za uuize.»
Was so viel heisst wie:
«Wo ist das Land (geblieben), um das man sich mit Hilfe seiner Verwandten stets gestritten hat? Das Land wird verbrannt sein, die Seele wird voll Trauer dastehen, nichtwissend, womit sie (noch etwas) zum Guten wenden kann; so fährt sie zur Hölle.»
«uuar ist denne diu marha, dar man dar eo mit sinen magon piehc?
Diu marha ist farprunnan, die sela stet pidungang,
ni uueiz mit uuiu puaze, so uerit si za uuize.»
Was so viel heisst wie:
«Wo ist das Land (geblieben), um das man sich mit Hilfe seiner Verwandten stets gestritten hat? Das Land wird verbrannt sein, die Seele wird voll Trauer dastehen, nichtwissend, womit sie (noch etwas) zum Guten wenden kann; so fährt sie zur Hölle.»
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