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Notiz zu Sarkozy

Sarkozy am Fernsehen: warum kommt er mir immer vor wie ein Schauspieler seiner selbst? Ja, der Mann spielt, hofiert sich selbst. Seine permanente Gebärde der Gewichtigkeit scheint seine Huldigung an sich selbst zu sein. Weiss er, wen er imitiert? Ich bezweifle es. Seine Person bleibt imaginär, ungreifbar. Wie sagte doch neulich meine Frau zu mir: „Er hat vollkommen kalte Augen. Da ist nichts.“
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Was er im Büro am liebsten tut

"Das tue ich hier eigentlich am liebsten", meinte mein Chef, als er, kurz bevor er heute Abend das Büro verliess, seinem Papyrus Wasser gab.
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Die Meisterin der Einfachheit

Leopoldo Lugones (1874-1938) , ein argentinischer Autor, hat uns unheimliche Geschichten hinterlassen, so die Erzählung "Der Feuerregen", wo die Vernichtung von Gomorrha geschildert wird, oder eine Geschichte mit dem Titel "Yzur", wo ein verrückter Wissenschaftler einem Affen das Sprechen beibringen will. Doch auch über die Liebe - in ihrer unorthodoxen Form - hat Lugones geschrieben, so in der Erzählung "Grossmutter Julia". Daraus die vielleicht schönsten Zeilen:

"Seine Tante und er waren zwei glatt polierte Marmorstatuen. In ihrem Innern waren sie Kinder, die eine verspätete Naivität hinter massvoll vorgetragenem Stolz verbargen. Die Grazie der alten Dame verdeckte kindliches Erstaunen, die Kälte des Neffen verhüllte das Misstrauen eines Halbwüchsigen. Ausserdem bedienten sie sich einer poetischen Sprache, formten Sätze wie belesene Banausen, die nie die Intimität der Liebe, jener grossen Meisterin der Einfachheit, erfahren haben."

Und aus der Erinnerung des Zwölfjährigen:

"Er sah noch die Ringe um ihre Augen, ihre von durchwachten Nächten in goldene Strähnen aufgelösten Haare. Er wusste durch die Äusserungen der anderen, der Erwachsenen, dass sie schön war, obwohl er nicht so recht begreifen konnte, was eine schöne Frau eigentlich war."
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Kurzer Dialog über die Zeit

Das kleine Mädchen sagte zum Busfahrer: "Du darfst noch nicht abfahren." Der Busfahrer sah es lächelnd an und fragte: "Wieviel Zeit habe ich denn noch?" Das kleine Mädchen rückte Daumen und Zeigefinger ganz nah zusammen und sagte: "So viel."
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Schmerz und Macht

"Die Abwesenheit von Schmerz bedeutet die Gegenwart von Welt. Die Gegenwart von Schmerz bedeutet die Abwesenheit von Welt. Mittels dieser Gleichungen wird aus Schmerz Macht."

Elaine Scarry, The Body in Pain

(zitiert nach: P. Sloterdijk, Weltfremdheit)
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Herbstfarben

Die in einen schwarzen Mantel gekleidete Frau, gehend unter dem leuchtend gelben Baum
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Von Hand geschrieben

Meine Handschrift spiegelt meine Befindlichkeit. Sie macht Spannungen sichtbar, Stockungen, Disharmonie, aber auch den Fluss, die Harmonie, das Licht. Die Begeisterung ist in der Handschrift ebenso erkennbar wie die Schwermut oder die Eile, die Ungeduld. Natürlich, es gibt auch gekünstelte Handschriften, die uns den Blick auf die Person verstellen wollen, aber selbst eine solche Schrift sagt mir mehr über die Person als ein Computerausdruck. In einem handgeschriebenen Brief teile ich mich umfassender mit als in einem gedruckten. Der handgeschriebene Brief ist ein sinnliches Zeugnis, das mich klarer zeigt als mir vielleicht lieb ist. Schreibe ich von Hand, mache ich mich verletzlich.
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