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Die Morgenstunden

«Die Morgenstunden haben für mich immer einen eigenen Wert gehabt. Es ist, als ob es mir Bedürfnis wäre, durch die Beschäftigung mit etwas Erhebendem, Bedeutendem in den ersten Stunden des Tages mir den Rest desselben gewissermassen zu heiligen. Ich kann mich daher nur schwer entschliessen, am frühen Morgen mein Zimmer zu verlassen, und wenn ich ohne vollgültige Ursache mich einmal dazu nötige, so habe ich für den übrigen Tag nur die Wahl zwischen gedankenloser Zerstreuung oder selbstquälerischem Trübsinn.»

Franz Grillparzer, Der arme Spielmann
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Nicht traurig und nicht froh

In der lesenswerten Erzählung "Der arme Spielmann" von Franz Grillparzer finden sich zahlreiche sehr schöne Sätze. So der folgende:

«Ich dachte auf das und jenes und war nicht traurig und nicht froh. »
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Kierkegaard und der Verlust des Selbst

"Aber weil ein Mensch so phantastisch und deshalb so verzweifelt wurde, kann er doch, obgleich dies oft ans Tageslicht kommt, recht gut dahinleben, scheinbar ein Mensch sein, beschäftigt mit dem Zeitlichen, sich verheiraten, Kinder zeugen, geehrt und angesehen sein - und man merkt es vielleicht nicht, dass ihm im tieferen Sinne ein Selbst fehlt. Darüber wird in der Welt kein grosses Aufheben gemacht; denn ein Selbst ist das, wonach in der Welt am wenigsten gefragt wird, und ist das, was das Allergefährlichste ist, wenn man sich merken lässt, dass man es hat. Die grösste Gefahr, die, sich zu verlieren, kann in der Welt so ruhig vor sich gehen, als wäre es nichts. Kein Verlust kann so stille hingehen; jeder andere Verlust, ein Arm, ein Bein, fünf Reichsbanktaler, eine Hausfrau usw., ist doch zu merken."

Sören Kierkegaard, Die Krankheit zum Tode
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