[ General ]
by auroraconsurgens
@ 23.03.2008 11:32 CEST
Das Zimmer als dein Refugium. Die Gedankenkammer. Niemand weiss, was hier geschieht, am wenigsten du selbst.
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by auroraconsurgens
@ 23.03.2008 11:30 CEST
Neulich, auf dem abendlichen Nachhauseweg, erschien der Himmel wie auf Caspar David Friedrichs Gemälde „Das grosse Gehege“. Das Licht fiel durch eine grosszügig fragmentierte Wolkenlandschaft, man sah Lichtinseln am Himmel.
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by auroraconsurgens
@ 23.03.2008 11:22 CEST
Beim Schreiben ordne ich meine Gedanken. Ich ordne mich selbst. Das geschieht jedes Mal neu, mit jedem Anlauf. Ich ordne etwas, das ich nicht kenne, ich tue etwas, das ich eigentlich nicht tun kann. Aber ich tue es.
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by auroraconsurgens
@ 23.03.2008 11:19 CEST
Am Morgen lag eine hauchdünne Schneeschicht auf den Hausdächern, in den Gärten, auf den blühenden Narzissen. Der Winter, der alte Zauberer, war über Nacht zurückgekehrt.
[ Über … ]
by auroraconsurgens
@ 21.03.2008 18:36 CEST
Das Wort «Freiheit» ist nebst dem Wort «Liebe» das vielleicht am meisten abgenutzte und missbrauchte. Was wurde nicht alles im Namen von Freiheit getan, wieviele Leiden, Kriege und andere Verbrechen gerechtfertigt. Wer immer das Wort Freiheit im Mund führt, wähnt sich im Recht. Er denkt an seine Freiheit, die sich gegen eine andere Freiheit richtet, was immer er im Übrigen unter Freiheit versteht. Daher das schale Gefühl, wenn jemand unter dem Banner von Freiheit marschiert. Freiheit kann niemals eine Sache des Rechthabens sein, der rechten Denkart, der rechten politischen Gesinnung, des rechten Glaubens. Freiheit ist kein Diskursmotiv, sondern eine Chiffre, die über der Dialektik, in die sie gerne hineingezogen wird, steht. Erst in der Aufhebung der Freiheit wird ihr Wert eingelöst.
Was ist damit gemeint? Freiheit ist nicht das Gegenstück zur Notwendigkeit, sondern ein Begriff, der die Transzendenz zur Voraussetzung hat. Ohne Transzendenz gibt es keine Freiheit. Diese Transzendenz nun setzt die Freiheit in einen neuen Kontext. Es geht jetzt nicht mehr um meine Freiheit, die ich gegen die Freiheit der anderen zu verteidigen habe, sondern ich kämpfe um meine Freiheit als um mich selbst. Diese Freiheit ist der Liebe verwandt. Nur wenn ich liebe, werde ich frei sein. So verstanden ist Freiheit eine Form der Liebe oder es ist keine Freiheit.
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by auroraconsurgens
@ 21.03.2008 18:31 CEST
«Wenn in Rome do as the Romans do.» Frau Calmy-Rey scheint sich diesen Satz zu Herzen genommen zu haben, als sie nach Teheran zur Unterzeichnung eines Gasvertrags reiste. Im Beisein des iranischen Präsidenten trug sie ein schönes weisses fast durchsichtiges Kopftuch, das an einen Schleier erinnerte und das ihr hin und wieder vom Kopf rutschte. Sie hat sich bei ihrem Auftritt bestimmt nichts Schlimmes gedacht. Wer aber die Bilder der lachenden mit Kopftuch versehenen Bundesrätin am Fernsehen gesehen hat, konnte sich eines schalen Nachgeschmacks nicht erwehren. Was macht den Auftritt der Bundesrätin mit Kopftuch in Teheran so fadenscheinig (ähnlich fadenscheinig wie vor einiger Zeit der Auftritt Herrn Blochers in Ankara)? Es ist nicht der Umstand, dass ein Vertrag unterzeichnet wurde, über den sich zurecht streiten lässt und mit dessen Unterzeichnung sich die Schweizer Regierung ganz bewusst in die weltpolitischen Nesseln gesetzt hat. Das war eine wirtschaftspolitische Entscheidung der Schweizer Regierung. Mit den entsprechenden Reaktionen aus den USA und Israel musste gerechnet werden.
Fragwürdig ist aber vielmehr das Kopftuch, denn damit hat die Bundesrätin ein falsches Signal gesetzt. Das Kopftuch ist ja nicht irgendein unbedeutendes religiöses Attribut, sondern ein wichtiges Erkennungszeichen einer Religion. Im Iran tragen Frauen Kopftücher, müssen sie tragen, die Religion, die dort zugleich die Politik ist, bestimmt das so. Der Iran hat ein ganz anderes Verständnis von Religion und Politik als wir es in Europa kennen. Was in Europa Sache des Einzelnen ist, nämlich sein Glaube und dessen Ausübung, darüber befindet im Iran der Staat, dessen Lenker Geistliche sind. Der Staat bestimmt, was der rechte Glaube ist. Ein solches Staatsverständnis ist Europa seit langem fremd geworden. Wenn nun die Schweizer Bundesrätin bei einem Vertragsabschluss mit Kopftuch erscheint, kommt sie Erwartungen entgegen, die vielleicht nicht einmal vorhanden waren. Es wirkt, als verleugne sie das schweizerische (und damit europäische) Selbstverständnis von Staat und Religion.
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by auroraconsurgens
@ 16.03.2008 20:09 CEST
"Ich bin Gottes einsamster Mann."
Martin Scorsese, Taxi Driver
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by auroraconsurgens
@ 16.03.2008 20:06 CEST
Das Magische der Handschrift. Ich schreibe immer von Hand.
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by auroraconsurgens
@ 16.03.2008 20:04 CEST
Am Abend. Was hat diesen Tag unterschieden? Die erste und die letzte Frage.
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by auroraconsurgens
@ 16.03.2008 20:03 CEST
Das Schreiben eines Romans ist wie das Träumen eines langen Traums. Ich weiss nicht, wann er begann, ich weiss nicht, wann er endet. Es fehlt mir die zeitliche Orientierung, ich weiss nie, wann ich was geschrieben habe. Oft liegt es länger zurück, als ich glaubte.