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La double vie de Véronique

Als der Marionettenspieler im Spiegel hinter der Bühne sichtbar wird, zeigt sich uns der Künstler an der Arbeit. Die vielleicht schönste Szene im Film von K. Kieslowski.
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Ein Augenblick

Wenn du einen Augenblick aus deinem Leben ganz verstanden hättest, du hättest alles verstanden. Niemand hat auch nur einen Augenblick seines Lebens annähernd verstanden.
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Dieser Tage

Dieser Tage liebe ich es, am Fenster zu stehen und in den Garten zu blicken. Die Haselsträucher blühen, in der Wiese sehe ich die weissen Tupfer der ersten Schneeglöckchen. Noch sind die Nächte frostig, aber am Tag scheint die Sonne mild vom blauen Himmel. Die Wohnung ist hell und still und durchs offene Fenster weht ein lauer Wind. Er erinnert mich an Dinge, die lange vergangen sind, an Menschen, die ich einmal gekannt habe. Was ist aus ihnen geworden? Sie sind nah, ich sehe sie, höre ihr Stimmen, aber sie sind wie hinter Glas, es ist unmöglich, zu ihnen zu gehen, mit ihnen zu sprechen, sie zu berühren.
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Poesie

Die Poesie ist eine Verkörperung unserer ursprünglichen Heimat.
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Meere

Von Friedrich Dürrenmatt stammt folgendes Herbstgedicht:

Meere

Ich liebe es das Haus zu verlassen

In einen Tag zu gehen, der sich
gegen Abend neigt

Durch Meere roten Laubs zu waten
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Innerlich in dem Grund

«Ich aber sage dir eins: Kehre dich in Wahrheit von dir selber und allen geschaffenen Dingen ab, und richte deinen Geist gänzlich auf Gott über alle Geschöpfe hinweg in den tiefen Abgrund; da versenke deinen Geist in Gottes Geist, in wahrer Gelassenheit aller deiner oberen und niederen Kräfte, über alle Sinne und Erkenntnis hinaus, in wahrer Vereinigung mit Gott, innerlich in dem Grund. So lässt du alle Formen, alles Wort, jegliche Übung hinter dir; und nun bitte Gott um all das, worum er gebeten sein will und was du und alle Menschen von dir begehren. Und wisse: so gering ein kleiner unscheinbarer Heller gegen hunderttausend Mark Goldes ist, ebenso gering ist alles äussere Gebet gegen dieses, das Einigung mit Gott ist und heisst, ein Versinken des geschaffenen Geistes in den ungeschaffenen Geist Gottes und seine Verschmelzung mit ihm.»

Johannes Tauler, Predigten
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Der präzise Ursprung der Poesie

«Ich kenne keine universelle Poesie, die nicht irgendeinen präzisen Ursprung hätte: eine Treue, eine Wiederkehr.»

Cristina Campo, Die Unverzeihlichen
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Der Weg zu dir

«ich will
keinen weg scheuen
um zu dir zu finden.»

Ulrich Schaffer
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Polarlicht

Google und die Illusion der Verfügbarkeit der Welt. Früher ging man zur Büchersuche in Buchhandlungen oder stöberte stundenlang in verstaubten Antiquariaten. Die Suche hatte etwas Abenteuerliches, etwas vom Glücksspiel, man wusste nie, ob man finden würde, wonach man suchte, und oft fand man einen Schatz, den man nicht erwartet hatte. Die Suche per Mausklick verspricht zwar raschen Erfolg, doch geht das Unwägbare verloren. Wir werden nicht mehr durch unsichtbare Hand zum Buch geführt, sondern machen es uns verfügbar. Ein Buch zum ersten Mal zu erblicken, es in die Hand zu nehmen, darin zu blättern, seinen Geruch einzuatmen, die ersten Sätze zu lesen – das alles hat den Reiz einer Wirklichkeit, die kein elektronischer Raum je ersetzen wird. Daher haftet auch dem Blog das Unwirkliche, das Illusionäre an. – In diesem Zusammenhang fällt mir jener reiseunlustige Ehemann ein, der auf den Vorschlag seiner Frau, die mit ihm eine Reise in den hohen Norden unternehmen wollte, um einmal in ihrem Leben das Polarlicht zu sehen, trocken zur Antwort gab: «Wozu in die Arktis reisen? Schau dir das Polarlicht doch im Internet an.»
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Traumfragment

«Man ehrt die Bäume, wenn man sie beschreibt», sagte der junge Mann im Traum.
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1-10/10