BlogBilderÜber michKontakt

Ethik und Atheismus

Der Philosoph Robert Spaemann äussert in einem Interview, das in der letzten Ausgabe des «Forum» erschienen ist, den Gedanken, dass die Verantwortung eines Menschen sich selbst gegenüber einen religiösen Hintergrund benötigt. Die Passage lautet:

«Während Verantwortung für andere auch auf nichtreligiöse Weise zu begründen ist, kann es Verantwortung für sich selbst nur geben auf einem religiösen Hintergrund. Denn Verantwortung ist immer Verantwortung für etwas und Verantwortung vor jemandem. Wenn ich selbst der Einzige bin, vor dem ich mich rechtfertigen muss für das, was ich mit mir selber mache, dann gibt es diese Verantwortung gar nicht. Ich kann mich ja jederzeit von ihr dispensieren. Es ist interessant, dass in den neuzeitlichen Ethiken, die nicht religiös formuliert sind, der Gedanke der Verantwortung des Menschen für sich selbst gar nicht mehr vorkommt. Man hat Verantwortung gegenüber anderen, die betroffen sind von meinem Handeln. Doch dass ich auch mit mir nicht machen kann, was ich will, dass die Begabung, die ich habe, auch eine Verpflichtung enthält, dass ich mich nicht beliebig verkommen lassen und mich nicht zu Beliebigem hergeben darf, das ist nicht religiös schwer zu begründen. Auch dieses Hindernis möchte der neue Atheismus beseitigen.»
Kommentare (0)  Permalink

Imitation

Du kannst alles imitieren, nur nicht dich selbst.
Kommentare (0)  Permalink

Das Märchen der 672. Nacht

«Er wurde ergriffen von ihrer grossen Schönheit, aber gleichzeitig wusste er deutlich, dass es ihm nichts bedeuten würde, sie in seinen Armen zu halten. Er wusste überhaupt, dass die Schönheit seiner Dienerin ihn mit Sehnsucht, aber nicht mit Verlangen erfüllte, so dass er ihre Blicke nicht lange auf ihr liess, sondern aus dem Zimmer trat, ja auf die Gasse, und mit einer seltsamen Unruhe zwischen den Häusern und Gärten im schmalen Schatten weiterging.»

Hugo von Hofmannsthal, Das Märchen der 672. Nacht
Kommentare (0)  Permalink

Was du siehst

Was du siehst, liegt schon jenseits der Erkenntnis.
Kommentare (0)  Permalink

Der Spiegel

Der Spiegel als Enigma: Wir wissen nicht, was er uns zeigt.
Kommentare (0)  Permalink

Das Experiment

Du bist das Experiment.
Kommentare (0)  Permalink

Stoff und Gestalt

Durch die Auflösung der Dinge gewinnt der Stoff seine Gestalt.
Kommentare (0)  Permalink

Ihre Liebe

Sie musste diesen Mann lieben entgegen allen gutgemeinten Ratschlägen ihrer Freunde. Und so wenig liebte sie sich selbst, dass es ein Leichtes für ihn war, sie glauben zu machen, er liebe sie wirklich, er liebe sie ganz. Denn ja, sie fühlte sich klein, wenn sie mit einem Mann zusammen war, mochte sie in ihrem Beruf noch so erfolgreich sein. Sie lebten in verschiedenen Städten. Wenn er fort war, dachte sie nur an seine Rückkehr. Wenn er da war, dachte sie nur an den Tag seiner Abreise. Nur so konnte sie ihn lieben. Und sie liebte ihn, sie gab ihm alles, was sie hatte, noch ihr letztes Hemd hätte sie ihm gegeben, hätte er danach verlangt, aber das tat er nicht. Er wusste, was sich gehörte, er hatte Takt, wollte sie nicht unnötig verletzen. Auch er liebte sie ja, so wie es ihm eben möglich war, eine Frau zu lieben. Er war kein schlechter Mensch, nur war ihm ihre Liebe fremd; das Bedingungslose, daran glaubte er nicht, so empfand er nicht. Er begehrte sie, deshalb unternahm er fast jedes Wochenende die lange Reise zu ihr. Er liebte die Leidenschaft, die sie verband. Vielleicht hätte er sie lieben können, hätte sie ihn nur begehrt. Als seine Neigung sich abkühlte, verliess er sie. Es fiel ihm nicht leicht, wer das glaubt, täte ihm Unrecht. Doch während für sie die Welt unterging, fühlte er sich wieder frei, bereit für die Nächste.
Kommentare (0)  Permalink

Auf der Schwelle

«Auf der Schwelle dieser Welt stehend, die Matisse geschaffen hat, erlebte ich wieder die Macht jener Offenbarung, die Proust erlaubt hatte, das Bild des Lebens so zu entstellen, dass nur die für Alchimie von Klang und Sinn Empfindsamen – wie er selbst – imstande sind, die negative Wirklichkeit des Lebens in die echten und bedeutsamen Umrisse der Kunst zu verwandeln. Nur die das Licht in sich einzulassen vermögen, können sich übersetzen, was dort im Herzen ist.»

Henry Miller, Wendekreis des Krebses
Kommentare (0)  Permalink

Kunst

Kunst ist Schwingung. Jeder Künstler stimmt die Lebenssaite neu.
Kommentare (0)  Permalink
Next1-10/14