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Den Schnee sehen

"Nichts manifestierte sich ohne die Setzung des Bewusstseins, nichts war apriori da. Und tatsächlich war auch der Raum zu erschaffen. Alles willkürliche Zutun stand in eklatantem Widerspruch zur Sachlichkeit der Schöpfung, die nur im Vertrauen gelingen konnte. So musste er dem fallenden Schnee ebenso wie dem Tisch in seinem Zimmer vollkommen gleichgültig werden, dann erst konnte er das Gesehene in neuer Art erschaffen. Den Schnee sehen und wissen, dass der Schnee ihn nicht sehen konnte, und doch glauben, dass der Schnee ihn sah. Den Tisch sehen und wissen, dass der Tisch ihn nicht sehen konnte, und doch glauben, dass der Tisch ihn sah. So mit allen Dingen: dem Haus, dem Baum, dem Gedicht, dem Weg. Er sah sie jetzt. Es war das Beste, was ihm widerfahren konnte."

Marc Winter, Die Verzögerung
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