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Die Zerlegung des Wir

«Im langen Einspruch der Zeit erkannte er die Umrisse des Lebens, das gelebt werden musste. Durch die Begegnung mit B. lernte er die Bedingung der paradoxen Liebe kennen. Dass er eine Zeitlang in B. lebte, war eine Frage des Überlebens. Dem Bewusstsein der Zeit ausgeliefert, ahnte er nicht, dass eine wahre Stunde ein gleichgültiges Jahr aufwiegen konnte; schon die zeitliche Absehbarkeit der nächsten Begegnung quälte ihn ja. Beharrlich verwies B. ihn aber auf seine eigenen Dinge, was er wiederum als indirekte Abweisung auffasste und nicht als hilfreiche Bedingung von Gemeinsamkeit. Die Gestalt konstituierte sich erst in der Vereinzelung und die Liebe führte niemals Buch. Selbstbegleitung lautetet das Stichwort: er hatte die Zerlegung des Wir in Ich und Du zu bestehen.»

Marc Winter, «Die Verzögerung»
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