Die Vorstellung der Unüberschreitbarkeit
Ein Autor, der nurmehr eine Figur als seine literarische Endfigur variiert, wird langweilig. Es gibt keine Entfaltung mehr in seinem Werk, es wird kein Neuland mehr betreten. Beckett, Kafka, Bernhard, Musil, Burger gehören hierher. Sie perpetuierten die Vorstellung der Unüberschreitbarkeit eines geistigen Standpunktes, glaubten sich am Ende der Entwicklung. Für sie gab es keinen Ausgang aus der Kontingenz menschlichen Daseins. Die literarischen Figuren, die sie schufen, waren Prototypen eines Daseins ohne Transzendenz. Daraus schöpfen sie bis heute ihre literarische (Überzeugungs-)Kraft, darin liegt aber auch ihre Begrenztheit. Viele Leser erkannten sich in ihnen wieder, doch ihre Zeit ist vorüber.
Der Existenzialismus ist ein notwendiger Markstein im geistigen Leben, wird aber nie das Ende der Entwicklung sein. Albert Camus ahnte das, weshalb er den quasireligiösen Ausweg des «mittelmeerischen Denkens» vorschlug, worin sich etwas Allumfassendes, Grenzüberschreitendes offenbarte.
Ohnehin: Bekenntnisse zum Atheismus muten heute so harmlos an wie die Ankündigung der Gutenachtgeschichte im Vorabendprogramm des Schweizer Fernsehens. Die Beschäftigung mit einem neuen Verständnis von Transzendenz, das sich am ehesten in den mystischen Traditionen der grossen Weltreligionen verankern liesse, wäre notwendig. Ansätze in der öffentlichen Diskussion existieren, in ihnen liegt Zündstoff, denn aus der Verständigung darüber liesse sich ein Band zwischen allen Kulturen knüpfen. Es ist jenen, die glauben, die Wahrheit zu besitzen, immer ein Dorn im Auge gewesen.
Der Existenzialismus ist ein notwendiger Markstein im geistigen Leben, wird aber nie das Ende der Entwicklung sein. Albert Camus ahnte das, weshalb er den quasireligiösen Ausweg des «mittelmeerischen Denkens» vorschlug, worin sich etwas Allumfassendes, Grenzüberschreitendes offenbarte.
Ohnehin: Bekenntnisse zum Atheismus muten heute so harmlos an wie die Ankündigung der Gutenachtgeschichte im Vorabendprogramm des Schweizer Fernsehens. Die Beschäftigung mit einem neuen Verständnis von Transzendenz, das sich am ehesten in den mystischen Traditionen der grossen Weltreligionen verankern liesse, wäre notwendig. Ansätze in der öffentlichen Diskussion existieren, in ihnen liegt Zündstoff, denn aus der Verständigung darüber liesse sich ein Band zwischen allen Kulturen knüpfen. Es ist jenen, die glauben, die Wahrheit zu besitzen, immer ein Dorn im Auge gewesen.
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