[ General ]
by auroraconsurgens
@ 29.05.2007 21:31 CEST
Nach dem langen Regen zeigte sich heute Abend die Sonne. Das Licht leuchtete über der Stadt, die in goldenem Dunst zu liegen schien. Die Wiesen und die Bäume vor dem Haus glänzten im Abendlicht. Nach Sonnenuntergang verfärbten die Wolken sich lila und an den Rändern rötlich. Jetzt leuchtet der Himmel über der langsam dunkel werdenden Stadt nach, wo die ersten Lichter angehen.
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by auroraconsurgens
@ 28.05.2007 22:13 CEST
Nachts erwache ich aus leichtem Schlaf. Ich schlüpfe leise in meine Kleider. Niemand hört, wie ich das Haus verlasse. Im Dunkeln schleiche ich mich fort. Kaum bin ich wie ein Schuldiger ein paar Schritte gegangen, fällt mir ein, dass ich allein im Haus war.
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by auroraconsurgens
@ 26.05.2007 19:16 CEST
Basho hat uns Haikus hinterlassen, die uns in ihrer Klarheit und manchmal auch Rätselhaftigkeit nicht mehr aus dem Sinn gehen. Zwei Beispiele:
«Tiefer Herbst.
Mein Nachbar –
wie mags ihm gehn?»
«Sommergras
ist alles, was geblieben ist
vom Traum des Kriegers.»
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by auroraconsurgens
@ 26.05.2007 19:05 CEST
«Das Schlagen der Lichter im Traum weckte ihn. Er war am Ende der Tage gewesen, in einer fernen Zukunft, von wo die graue Brandung der Zeit gegen das unerwachte Bewusstsein seiner Gegenwart schlug. Nun lag er im Halbschlaf und wieder gab es kein Zurück. Doch der Tod hatte seinen gewohnten Schrecken verloren; niemand brauchte ihn mehr zu fürchten.»
Hugo von Ueberlingen, Der Monolog des Wortes
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by auroraconsurgens
@ 26.05.2007 19:04 CEST
«Die Augen des Tiers haben das Vermögen einer grossen Sprache.»
Martin Buber
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by auroraconsurgens
@ 26.05.2007 19:03 CEST
Der Mensch scheint das einzige Lebewesen zu sein, das sich seine Welt bewusst als grosses Gefängnis erschaffen hat. No way out – unwillkürlich drängen die Worte sich auf angesichts der unzähligen Abhängigkeiten, in die der Mensch sich unnötigerweise begibt. Das ökonomische System mag dafür als Beispiel dienen, aber auch in seinen sozialen Beziehungen macht der Mensch sich abhängig, häufiger lebt er durch statt mit anderen. Wie sich dem Gefängnis entziehen? Vielleicht in der Meditation des inneren Menschen, dessen Wesen in einer anderen als der menschlichen Ordnung wurzelt. Dieser Mensch lebt jenseits der Abhängigkeit von Menschen und Dingen, sein Wesen ist unantastbar. Nichts kann es jemals zerstören.
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by auroraconsurgens
@ 23.05.2007 21:04 CEST
Das Ich wurde geboren im Meer der Zeit. Es war nicht vorgesehen. Nun ist es da und fordert uns auf, in seinem Sinn zu handeln. Wir kennen seine Versuchungen, denen wir oft genug nachgegeben haben. Die Zeichen aber widerstehen dem Wissen. Was weiss das Ich? Wenig genug. Es hält fest an seinem Plan. Wir folgen ihm eine Zeit. Dann nicht mehr. Wir verlassen die vorgesehene Bahn. Treten über ins Unbeschränkte.
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by auroraconsurgens
@ 23.05.2007 20:56 CEST
Ein Autor, der nurmehr eine Figur als seine literarische Endfigur variiert, wird langweilig. Es gibt keine Entfaltung mehr in seinem Werk, es wird kein Neuland mehr betreten. Beckett, Kafka, Bernhard, Musil, Burger gehören hierher. Sie perpetuierten die Vorstellung der Unüberschreitbarkeit eines geistigen Standpunktes, glaubten sich am Ende der Entwicklung. Für sie gab es keinen Ausgang aus der Kontingenz menschlichen Daseins. Die literarischen Figuren, die sie schufen, waren Prototypen eines Daseins ohne Transzendenz. Daraus schöpfen sie bis heute ihre literarische (Überzeugungs-)Kraft, darin liegt aber auch ihre Begrenztheit. Viele Leser erkannten sich in ihnen wieder, doch ihre Zeit ist vorüber.
Der Existenzialismus ist ein notwendiger Markstein im geistigen Leben, wird aber nie das Ende der Entwicklung sein. Albert Camus ahnte das, weshalb er den quasireligiösen Ausweg des «mittelmeerischen Denkens» vorschlug, worin sich etwas Allumfassendes, Grenzüberschreitendes offenbarte.
Ohnehin: Bekenntnisse zum Atheismus muten heute so harmlos an wie die Ankündigung der Gutenachtgeschichte im Vorabendprogramm des Schweizer Fernsehens. Die Beschäftigung mit einem neuen Verständnis von Transzendenz, das sich am ehesten in den mystischen Traditionen der grossen Weltreligionen verankern liesse, wäre notwendig. Ansätze in der öffentlichen Diskussion existieren, in ihnen liegt Zündstoff, denn aus der Verständigung darüber liesse sich ein Band zwischen allen Kulturen knüpfen. Es ist jenen, die glauben, die Wahrheit zu besitzen, immer ein Dorn im Auge gewesen.
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by auroraconsurgens
@ 22.05.2007 11:34 CEST
Die Geschichte, von der wir Kenntnis haben. Wir verstehen sie in dem Mass, wie wir uns selber verstehen. Daher das Geheimnis der Geschichte.
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by auroraconsurgens
@ 22.05.2007 10:46 CEST
Der Morgen der Vögel.